NoKoSoft (Gast) - 28. Mrz, 03:03

Gänseblümchen – Bellis perennis L.

Gänseblümchen – Bellis perennis L.
Asteraceae - Familie der Korbblüter

Bellis leitet sich vom lateinischen bellus ab und bedeutet „hübsch“, perennis heißt „ausdauernd“. Die „schöne Ausdauernde“ galt schon bei den Germanen als Symbol für Reinheit und Unschuld. Der deutsche Name „Gänseblümchen“ deutet ganz einfach auf ihr häufiges Vorkommen in Gänseäckern hin. Sie heißt zuweilen auch „Margaritchen“, weil sie wie eine kleine Margarite aussieht, oder „Tausendschön“, weil sie tausendfach die Wiesen schmückt. Interessant ist die Herkunft des Namens „Maßliebchen“: mazleide heißt im Mittelhochdeutschen „Widerwillen gegen das Essen“, mazlieb das Gegenteil. Der deutsche Pflanzenname „Maßliebchen“ bezeichnet somit die appetitanregende Wirkung der Pflanze. Weil sie gerne im Kinderspiel benutzt wird, heißt sie von der Verwendung als Kopfschmuck auch „Kranzblom“ oder „Schicksalsblimmche“ vom Liebesorakel, bei dem man ihre weißen Blütenblätter zupfte und dabei mitsprach: „Liebt mich, liebt mich nicht …“. Im Volksmund sagt man, wer zum Jahresbeginn die frühen Blüten isst, erlebt ein gesundes Jahr.
Das Gänseblümchen ist das typische Wiesenblümchen, das bevorzugt auf häufig gemähten flachen Rasenflächen und Angern wächst. Es steht gerne auf nährstoffreichem Boden in voller Sonne, verträgt aber lange Hitzeperioden schlecht. Ursprünglich war es nur in Europa beheimatet, heute findet man es auch an der pazifischen Küste in Amerika und Neuseeland.

Aussehen:

Das Gänseblümchen hat stumpf gezähnte, spatelförmige, kleine Blätter, die in einer mehrjährigen, dichten Blattrosette am Grund der Pflanze stehen. Aus deren Mitte streckt sich ein einzelner, anliegend behaarter, blattloser, 5 bis 15 Zentimeter hoher Blütenstängel empor. Die aufrechte, im Durchmesser bis zu 2 Zentimeter breite Blüte hat weiße, strahlenförmig angeordnete Zungenblüten. Diese sind an den Rändern oft kräftig rosa überlaufen. In der Mitte der Blüte sitzen zum Köpfchen angeordnet goldgelbe, kleine Röhrenblüten.
Außer in Frostperioden blüht das Gänseblümchen eigentlich das ganze Jahr über. An warmen Tagen kann man schon Ende Januar vereinzelte Blüten entdecken. Die Hauptblüte ist im April und Mai, dann finden wir ganze Rasenflächen voller Gänseblümchen.
Die Früchte des Gänseblümchens fallen kaum jemandem auf. Sie sind nur knapp einen Millimeter groß und fallen einfach auf den Boden.






Heilanwendungen:

Das Gänseblümchen ist traditionell ein wichtiger Bestandteil von Frühjahrsuppen. Man kann aber auch junge Blätter, Knospen und Blüten gut zu Gemüse- und Spinatgerichten geben oder sie unter Kräuterquark und Kräuterkäse mischen. Auch zur Teegetränkbereitung und als Frischsaft eignen sie sich.

Verwendung in der Ernährung:

Das Gänseblümchen ist traditionell ein wichtiger Bestandteil von Frühjahrsuppen. Man kann aber auch junge Blätter, Knospen und Blüten gut zu Gemüse- und Spinatgerichten geben oder sie unter Kräuterquark und Kräuterkäse mischen. Auch zur Teegetränkbereitung und als Frischsaft eignen sie sich.

Salatverwendung:
Das Gänseblümchen ist reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium, Eisen. Dabei enthält es mehr als dreimal so viel Phosphor, fünfmal so viel Calcium, sechsmal so viel Vitamin C und viermal so viel Eiweiß wie Kopfsalat. Außerdem enthält es auch reichlich Vitamin A. Die Pflanze ist eine unserer wichtigsten, sehr ergiebigen und ständig verfügbaren wild wachsenden Salate.

Blätter:
Die Blätter lassen sich nahezu das ganze Jahr über sammeln, selbst unter Schnee, wobei der Geschmack sich allerdings verändert. Der beste Sammelzeitpunkt für die Blätter ist das frühe Frühjahr vor der Blüte; dann sind sie noch mild. Man kann sie aber durchaus auch mit Blüte sammeln und verarbeiten.
Roh genossen sind sie manchmal leicht scharf, mit einem etwas beißenden, anhaltenden Nachgeschmack. Dann sollte man das Gänseblümchen möglichst vor der Blüte sammeln und in der Zubereitung länger ziehen lassen.
Man sammelt die Blätter immer als ganze Blattrosette. Am einfachsten sticht man sie mit einem kleinen Küchenmesser kurz unter der Erdoberfläche ab. An einer Rosette befinden sich immer rund 10 Blätter und gegebenenfalls auch eine Blüte oder Blütenknospe. Ohne Blüte erinnern diese Rosetten an Feldsalat, allerdings unterscheidet sie die behaarte Oberfläche von diesem.
Da sie in fast jeder Wiese in großen Mengen stehen, ergeben sie schnell einen reichen Salat, ohne dass ihr Bestand ernsthaft gefährdet wäre.
Zuhause in der Küche trennt man vorhandene Blüten vorzugsweise mit dem Stiel ab und legt sie beiseite, um sie später als Salatgarnitur einzusetzen. Die Blattrosetten legt man ins Wasser. Dann nimmt man sie einzeln heraus, entfern äußere, ältere Blätter und spült die Rosette am besten unter der Brause ab, bis alle unerwünschten Teile und Erdspuren entfernt sind.
Die gewaschenen Blätter können ganz, wie sie sind, direkt mit Salatsauce angemacht werden. Da sie sehr kräftig im Geschmack sind, sollte man sie etwas in der Sauce oder in Salz ziehen lassen. Empfehlenswert ist auch eine Mischung mit anderen starken Geschmäckern in der Sauce, z. B. mit Nüssen.
Wem sie zu scharf schmecken, dem sei empfohlen, die Rosetten ganz fein zu schneiden und über eine Stunde in Wasser zu legen, oder sie fein geschnitten roh in Kräuterquark zu rühren, oder mit Butter auf Brot zu genießen.
Die gewaschenen Rosetten kann man leicht befeuchtet zugedeckt einige Tage im Kühlschrank lagern.

Blüten:
Auch die Blüten des Gänseblümchens, ein beliebter Farbtupfer im Wildpflanzensalat, schmecken leicht scharf. Wem sie zu scharf sind, dem sei empfohlen, nur die äußeren, weißen Blütenblätter abzuzupfen und als dekorative Salatbeigabe zu verwenden. Man sollte sie immer zum Schluss beigeben, denn mit dem Dressing vermischt verlieren sie schnell ihr schönes Aussehen. Sie eignen sich auch bestens als bunter und gesunder Belag auf einem Butterbrot.
Um die Blüten zu sammeln, kann man sie mit einer Schere oder mit den Fingerspitzen abzwicken. Beim Transport sollten sie möglichst nicht gequetscht werden. Zuhause werden sie nicht gewaschen; man reinigt sie trocken. Im Wasser würden sie sich zusammenziehen; trocken bleiben sie schöner und können leichter weiterverarbeitet werden. Man kann sie zugedeckt, jedoch nicht befeuchtet, kühl lagern.

Blumenknospen als „Kapern“:
Die noch nicht stark behaarten Blütenknospen des Gänseblümchens sind eine sehr schmackhafte Salatbeigabe. Im Laufe ihrer Entwicklung zur Blüte bilden sie immer mehr feine Haare aus. Man erntet sie wie die Blüten, indem man sie abschneidet oder abzwickt. Meistens fallen sie mit an, wenn man die Blattrosetten erntet. Man findet sie von März bis Juni immer wieder zwischen blühenden Gänseblümchen. Zum Reinigen kann man sie unter Fließendem Wasser spülen.
Weiter entwickelte Blütenknospen des Gänseblümchens sind manchen für den Salat zu intensiv; dann können sie immer noch gut zu falschen Kapern eingelegt werden (siehe Rezept weiter hinten). So kann man sie das ganze Jahr als würzige Beigabe zu Salaten und Saucen verwenden.

Keimsaat:
Gänseblümchen bilden ganz feine Samen, die wie Sesamkörner aussehen. Diese kann man für einen Salat sammeln und roh oder geröstet beigeben. Der Sammelaufwand für eine kleine Menge ist jedoch hoch.
Man kann die Samen auch zuhause in der Sonne trocknen und dann in dunklen Gefäßen aufbewahren. Im Winter kann man dann daraus als frische Vitaminquelle Keimlinge auf der Fensterbank ziehen. Dazu legt man sie einfach wie Kresse auf befeuchtete Watte ins Sonnenlicht oder in Keimgefäße, die es in Naturkostläden gibt. Die Keimlinge bilden eine würzige, gesunde Salatbeigabe.

Gänseblümchenblätter mit Ziegenkäse und gerösteten Walnusskernen

Für 1 Person

10 g frische Gänseblümchen-Blattrosetten

Dressing:
2 TL Balsamicoessig
1 EL Walnussöl
1 Prise Salz

3 – 4 Walnusskerne (5 g)
10 g Ziegenschnittkäse (oder würziger Hartkäse)
10 Gänseblümchenblüten

Die Blattrosetten waschen, Wurzelansätze entfernen und die Rosetten auf einem Teller locker anrichten.
Die Zutaten zum Dressing mischen, unter die Blattrosetten rühren und 1 Stunde ziehen lassen.
Die Walnusskerne (auf etwa ½ cm Größe) zerkleinern, leicht anrösten und darunter mischen.
Den Käse über den angemachten Salat hobeln.
Die weißen Blütenzungen aus den Gänseblümchenblüten zupfen und zuletzt als Dekoration darüber streuen.





Gänseblümchen-Blütenknospen in Olivenöl

Für ein Schraubglas von 200 ml Inhalt

1 große Handvoll Gänseblümchen-Blütenknospen
1 TL grüne Pfefferkörner
etwas fein gehackter frischer oder 1 Prise getrockneter Estragon
200 ml Wasser
1 EL Salz
Ca. 150 ml Olivenöl

Das Schraubglas mit heißem Wasser gut reinigen.
Die Blütenknospen waschen und von den Stängeln befreien.
Die Pfefferkörner und den Estragon mit den Knospen vermischen.
Das Wasser mit dem Salz aufkochen.
Die Knospen darin 10 Minuten kochen lassen, dann absieben und in das vorbereitete Glas füllen.
Mit dem Olivenöl bis unter den Rand auffüllen und das Glas verschließen.
Die Gänseblümchen-Kapern sind über ein Jahr haltbar.
Nach Bedarf Salatsaucen, Bratgerichten oder Aufläufen beigeben.

Gänseblümchenblätter mit Rettichstreifen

Für 1 Person

15 g Gänseblümchenblätter

Dressing:
1 EL kalt gepresstes Sonnenblumenöl
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer aus der Mühle
2 EL Balsamicoessig

Ca. 5 g frische Meerrettichwurzel

Die Gänseblümchenblätter putzen, waschen und auf einem Küchentuch trocken tupfen.
Auf einem flachen Teller anrichten.
Die Zutaten zum Dressing verrühren, mit den Blättern vermengen und etwa 1 Stunde ziehen lassen.
Die Meerrettichwurzel unter fließendem Wasser abbürsten und in feinen Streifen über den Salat raspeln (ca. 1 mm breit).
Gut dazu passt ein kräftiges Brot, mit Butter bestrichen.

Carla (Gast) - 30. Mrz, 22:45

Also das Rezept für Gänseblümchen-Blütenknospen in Olivenöl klingt wirklich interessant, werde ich sobald wieder mehr Gänseblümchen den Garten verschönern ausprobieren.
Grasdackel (Gast) - 21. Mai, 09:13

Wildkräuter-Blüten-Salat

Zutaten:
50 g Brunnenkresse mit zarten Stielen
50 g Gänsefuß oder junger Spinat mit zarten Stielen
50 g Feldsalat
Rucola oder Wintergrün
25 g zarte Blätter und Blüten von Kapuzinerkresse und Veilchen
1 Eßlöffel Honig
50 ml Apfelessig
100 ml Sonnenblumen- oder Maiskeimöl
2 Teelöffel gehackte frische Minze oder Dill
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung:
Die Blätter und Blüten waschen und trockentupfen.
Honig und Essig in einer Salatschüssel mischen und das Öl mit dem Schneebesen einrühren. Das Dressing mit Minze, Salz und Pfeffer abschmecken.
Blätter und Blüten dazugeben und vorsichtig durchmischen.

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