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Bärlauch-allgemein

Dienstag, 12. Februar 2008

Bärlauch allgemein

Bärlauch (Allium ursinum L.), Alliaceae (Familie der Lauchgewächse),
die Unterart Allium ursinum ssp. ucrainicum, hat etwas rauere Blattstiele

(Zur Gattung Allium gehören neben Bärlauch auch Knoblauch, Gartenzwiebel, Porree (Lauch) und Schnittlauch.)

Volksnamen: Bärenlauch, Waldknoblauch, wilder Knoblauch,

Englisch: Bears garlic (ramson, bear´s garlic, broad-leafed garlic)
Französisch: Ail des ours (Ail de bois, ail des ours)
Italienisch: Aglio orsino (Erba orsina)
Türkisch: Yabanî sarımsak, Ayı sarımsağı

Die mehrjährige krautige Pflanze wächst auf kalkhaltigem (pH-Wert über 7) nährstoff-humusreichem (bis leicht lehmigem) Boden in feuchten Laubwäldern (oft am Waldrand in der Nähe von Buchenwäldern; in Parkanlagen) (in Europa und Nordasien beheimatet) kommt oft massenhaft vor (mit dem dichten Blattwerk können andere Frühblüher schlecht konkurrieren, trotzdem sollte auf vereinzelte vorkommende Maiglöckchen im Bestand geachtet werden) und durch den knoblauchartigen Geschmack gut zu erkennen.

Ab Februar / März entwickeln sich die lanzettförmigen (parallelnervigen) Blätter (meist 2 pro Zwiebel) mit kurzem dreikantigem Stiel (vor dem Laubaustrieb der Bäume).
Sie sollten möglichst jung gepflückt werden (auf jedenfall vor der Blüte).
Die Bärlauchblätter sind übrigens leicht überhängend und können bis ca. 25cm lang werden.

Und danach wird der Blütenstand gebildet (April / Mai, gehört zu den typischen Frühblühern) (an einem kantiger Blütenstiel). Der Blütenstand ist eine flache bis rundliche (vielblütige) Scheindolde (oder auch Trugdolde), zusammengesetzt aus gestielten sternförmigen dichtstehenden bis zu zwanzig dreizähligen weißen Einzelblüten.
Gleichzeitig vergilben die Blätter und ziehen ein zur Ruhephase.

Der Bärlauch bildet an der Blüte keine Brutzwiebeln, sondern Kapselfrüchte mit schwarzem zwei bis drei Millimeter großen Samen. Die Verbreitung dieser Samen geschieht über Elaiosomen, das sind kleine eiweiß- oder fettreiche Samenanhängsel, die von Ameisen als Nahrung gesammelt werden. Beim Transport in den Bau verlieren die Ameisen den ein oder anderen Samen, der dann so zur Bärlauchverbreitung beiträgt.
Wenn keine Ameisen vorhanden, keimen die reifen Samen in unmittelbarer Nachbarschaft von der Mutterpflanze.

Die Wachstumsperiode endet Ende Mai / Anfang Juni nach dem Abblühen, und die Pflanze zieht wieder in die Erde ein (in die Ruhephase). Innerhalb dieser 2-3 Monate müssen die Samen ausgebildet werden.

Die weiße länglich-schmale (aufrecht stehenden und bis zu 7 cm großen) Bärlauchzwiebel mit durchsichtigen Häuten und nur einem fleischigen Niederblatt; ist viel kleiner als die des Knoblauchs und wird nur selten verwendet (geerntet wird sie im Spätsommer bis Herbst)

Märzenbecher, Gelbstern, Scharbockskraut oder Aronstab können mit Bärlauch zusammen auftreten manchesmal auch mit Buschwindröschen und Brennnessel.

Verwechslungsgefahr
Mit dem giftigen Maiglöckchen (Blätter des Maiglöckchens sind dunkelgrüner aufrechter stehend, während die des Bärlauchs leicht überhängend sind).und der giftigen Herbstzeitlose und dem giftigen Gefleckten Aronstab, deshalb immer auf den knoblauchähnlichen Geschmack achten (z.B. beim Zerreiben der Blätter). Beim Pflücken auch auf das Aussehen der Blätter achten, denn in einem Bärlauchbestand können z.B. auch vereinzelt Maiglöckchen auftreten.
Die Blätter des Bärlauchs sind lang gestielt und kommen einzeln, wenn auch dicht nebeneinander aus dem Boden (siehe oben). Maiglöckchen haben meist 2 oder 3 Grundblätter an kurzen Stielen, und die Herbstzeitlose bildet mehrere Blätter an einem Stängel aus.
Der Stielansatz des Maiglöckchens ist rötlich, der des Bärlauchs nicht.

(Anmerkung Fuchsbandwurm: Um sicher zu gehen, sollten bodennahe Kräuter und Früchte allgemein vor dem Verzehr kurz in kochendem Wasser blanchiert werden, oder mindestens fünf Minuten bei über 70 °C pasteurisiert werden; v.a. im süddeutschen Raum)

Verwendung:
Er ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter (Sammelzeit: III - V, vor der Blüte).
Die Blätter Alii ursini herba (Drogenname) können vor allem frisch z.B. für Salate, kleingeschnitten auf einem Butterbrot, zu Kräuterbutter, für Käseaufstriche, Crèmes, Suppen, Saucen, (Wild)Kräuterquark, als Pesto usw. verwendet werden. Auch kann man sie direkt über Pizza, Pasta und Salat streuen. Auch als Gewürz (wegen des sehr intensiven Knoblaucharomas sind die Blätter weniger als eigenständiges Gemüse sondern vielmehr als Würzmittel verwendbar), Tinktur, Tee.
Gekocht ist er eine Alternative zum Blattspinat, dann geht jedoch ein Teil des Geschmacksaroma und auch ein Teil es Vitamin-C Gehaltes verloren.
auf Käse- oder Wurstbrotscheiben eine Messerspitze drüberstreichen,
an Nudeln aller Art (kalter Nudelsalat oder heißes Hauptgericht),
zum Einreiben/Marinieren von Lammkoteletts oder Lammbraten,
als Soßenbestandteil zu Weinbergschnecken, Muscheln.
Ein Trocknen der Blätter ist nicht sinnvoll, da sie ihr Aroma und die Wirkstoffe verlieren.
Doch kann man ihn in Öl konservieren (siehe Bärlauchpesto oder -öl, Rezepte) (oder auch in Essig), oder sehr gut auch einfrieren (evtl. Blätter vorher blanchieren) dichtverpackt in Frischhaltebeutel, damit nicht das gesamte Gefrierfach.das Bärlaucharoma annimmt.

Die Blüten sind ebenfalls essbar und können z.B. als Salatdekoration verwendet werden

Zwiebeln (im Herbst) können ähnlich wie die des Knoblauchs verwendet werden, natürlich nur wo er in Massen auftritt.

Inhaltsstoffe:
Als Hauptwirkstoff gilt das antibakteriell wirkende Allicin (vornehmlich aus der Zwiebel). In den Blättern finden sich schwefelhaltige ätherische Öle (ähnlich wie beim Knoblauch), Lauchölglycoside und Senfölglycoside (Divinylsulfid, Dimethylthiosulfonat, Methylcysteinsulfoxid und dessen Abbauprodukte Methylallylthiosulfonat und Methanthiol) (welche für den intensiven charakteristischen Duft verantwortlich sind), sowie diverse Mineralstoffe. Der hohe Vitamin C -Gehalt (bis zu 66 mg Vit. C pro 100 g Bärlauchblätter) wird medizinisch ebenfalls sehr geschätzt. Das Erhitzen von Bärlauch mindert seine medizinische Wirksamkeit beträchtlich.

Gesundheitsfördernd:
Bärlauch enthält den Wirkstoff Allicin; dieser ist geeignet, schädliche Cholesterinablagerungen in den Blutgefäßen abzubauen und so dem Herzinfarkt vorzubeugen (ähnlich wie Knoblauch).
Er wirkt Herz-Kreislauf-stärkend, beugt Arteriosklerose vor und beeinflusst einen erhöhten Blutdruck günstig. Auf Haut- und Magenschleimhäute wirkt Bärlauch anregend (das schwefelhaltige ätherische Öl), er fördert außerdem die Verdauung und regt die Gallen- und Nierentätigkeit an.

Gegenanzeigen
bei nachgewiesener Allicin-Unverträglichkeit,
bei Vorstellungsgesprächen, könnten Gegenanzeigen auftreten (jedoch bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen)

Anbau im Garten:
Der Bärlauch bevorzugt humose, lockere, feuchte leicht kalkhaltige Lehmböden im halb- oder vollschattigen (nur unter Laubbäumen, wie in der Natur, denn während der Wachstumsperiode hat er viel Licht!) Bereich des Gartens, z. B. unter Bäumen, Hecken oder Sträuchern. Wer Bärlauch aussäen möchte sollte bedenken, dass er Kaltkeimer ist (d.h. der Samen eine lange Keimruhe, also unmittelbar nach der Ernte ausgesät werden sollte damit er noch eine warme Periode von mindestens 3 - 4 Wochen bei ca. +20°C hat. Der Boden sollte feucht sein. Bei späteren Aussaaten kann auch in Schalen im Gewächshaus oder auf der Fensterbank ausgesät werden. Danach muß der Samen jedoch Kälte haben. Mindestens 4 - 6 Wochen benötigt der Samen -4°C bis -5°C, an besten unter einer Schneebedeckung. Im Frühjahr je nach Witterung läuft der Samen dann auf. Um die Entwicklung zu beschleunigen die Aussaatschalen im Frühjahr ca. 6 Wochen bei +5°C bis +11°C aufgestellen. Frosteinwirkung benötigt bzw. eine Frostperiode durchlebt haben (evtl. im Kühlschrank vorbehandeln), bevor sie auskeimen können.
Er säht sich eifrig selbst oder mit Hilfe von Samen tragenden Ameisen aus und gewährleistet somit eine ausreichende Verbreitung. Im Garten muss er manches Mal sogar von Hand eingedämmt werden (Vorsicht vor Überwucherung, Bärlauch neigt sehr leicht dazu, im Garten klar begrenzen und nicht mit Maiglöckchen zusammen.)
Leichter ist es, einfach die Zwiebeln im Garten an Ort und Stelle zu stecken.

Die angebliche Namens-Geschichte des Bärlauchs:
Der Bärlauch soll seinen Namen daher haben, daß die Bären nach dem langen Winterschlaf erstmal große Mengen der Pflanze fraßen, um sich wieder „durchzuputzen“, also den Stoffwechsel in Schwung brachten.
Eine andere „These“; dass die Bären ihre Kraft auf diese Pflanze übertragen hätten, und dass durch Verzehr die sprichwörtlichen Bärenkräfte auf den Menschen übergingen.


Standorte / Vorkommen:
Vorkommen gibt es in fast ganz Europa sowie im Kaukasus und Nordasien, über 1500 Meter Meereshöhe nur noch vereinzelt. Großflächige Vorkommen vor allem in schattigen Au- und Laubwäldern, Parks. In manchen Gegenden Norddeutschlands ist er so selten, dass er dort unter Naturschutz steht.

In Berlin z.B. (es handelt sich hier überwiegend um Allium paradoxum aus dem Kaukasus, er hat schmalere Blätter); in Lankwitz am Hang entlang des Teltowkanal, Frankentaler Ufer, in der Nähe der Sieversbrücke (zw. Kaiser-Wilhelm-Str. und Attilastr.), des weiteren zw. Pfaueninsel und Glienicker Brücke; Mauerweg.

Bärlauch-Stadt Eberbach http://www.eberbach.de/seite4h1.htm
(Die Stadt Eberbach am Neckar soll angeblich Bärlauchhauptstadt sein. Im März und April veranstalten sie jedes Jahr in Eberbach die Bärlauchtage.)

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